10. September - 06. Dezember 2026

Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau


Künstlerische und diskursive Perspektiven auf die vielschichtigen Prozesse des Wiederaufbaus

10. September bis 6. Dezember 2026

Die KfW Stiftung setzt zusammen mit der Akademie der Künste, Berlin, eines diskursiven und künstlerischen Veranstaltungsprogramms im Rahmen der Ausstellung um.


Über die Ausstellung
Kriege, Konflikte und die Folgen der Klimakrise zerstören weltweit Häuser, Städte und Landschaften. Millionen von Menschen verlieren ihr Zuhause. Der Wiederaufbau dieser Lebensräume ist deshalb eine dringende Aufgabe. Wird er jedoch auf ein technisches Projekt reduziert – als Rückkehr zur Ordnung, als vermeintliche „Stunde Null“ oder als Gelegenheit für profitgetriebene Investition –, gerät aus dem Blick, dass nicht nur Gebäude und Städte zerstört werden, sondern auch soziale Beziehungen, ökologische Strukturen, gemeinschaftliche Lebenswelten und historische Zusammenhänge. Die entscheidenden Fragen des Wiederaufbaus stellen sich deshalb, bevor überhaupt gebaut wird.

Hier setzt das Projekt „Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“ mit einer Ausstellung und einem vierteiligen Veranstaltungsprogramm an. Metaxy, altgriechisch für „zwischen“, bezeichnet einen Raum, in dem Vergangenheit und Zukunft, Erinnerung und Neubeginn sowie Verlust und Hoffnung zugleich wirksam sind. Rekonstruktion bedeutet nicht die Rückkehr zu einem früheren Zustand, sondern die Freilegung der zerstörten Zusammenhänge.

Ausgehend vom Akademiegebäude am Hanseatenweg als exemplarischem Ort des Wiederaufbaus nach 1945 verbindet die Ausstellung eine Spurensuche zur kolonialen und nationalsozialistischen Geschichte des Berliner Hansaviertels mit Positionen aus Afghanistan, Bangladesch, Bosnien und Herzegowina, Israel, Palästina, Polen, Syrien, dem Sudan, dem Jemen, der Ukraine und den USA. Das größte Exponat ist die Ausstellungsarchitektur selbst: Sie überlagert die ehemalige Bebauung des Grundstücks mit den heutigen Ausstellungshallen. Dieses Palimpsest im Maßstab 1:1 macht die Geschichte des Ortes durch das Dazwischen räumlich erfahrbar.

Ein Veranstaltungsraum als Teil der Ausstellung lädt zu Gesprächen, Vorträgen, künstlerischen und musikalischen Performances ein. Ein partizipatives Vermittlungsprogramm mit Führungen und Lecture Performance Walks sowie eine Ausgabe der Zeitschrift ARCH+ vertiefen die Themen der Ausstellung.

Weitere Informationen sowie Öffnungszeiten finden Sie auf die Webseite der Akademie der Künste, Berlin.
 



Veranstaltungen und Begleitprogramm

Metaxy
10.9.2026, 18–21 Uhr

Kriege und Katastrophen versetzen ganze Gesellschaften in einen Zustand des Dazwischen: zwischen zerstörter Vergangenheit und zu gestaltender Zukunft. Das Künstler*innenkollektiv Open Group aus der Ukraine und die US-amerikanische Architektin Mitch McEwen fragen, wie unter diesen Bedingungen neue Formen des Zusammenlebens entstehen können. Der israelische Künstler Nir Evron zeigt, wie sich im Nahostkonflikt Geschichte, Medien und Gewalt überlagern und macht historische Zusammenhänge sichtbar, die in der Gegenwart oft ausgeblendet bleiben.

Häuser
11.9.2026, 18–21 Uhr

Gespräch, Vortrag und szenische Lesung mit Kees Christiaanse, Anna Dobrova, Salma Samar Damluji, Sasha Marianna Salzmann
Moderation: Johanna M. Keller

Häuser sind Orte des Alltags, der Erinnerung und des Zusammenlebens. Mit ihrem Verlust verschwinden nicht nur Bauwerke, sondern auch soziale Beziehungen und Lebenswelten. Daher ist Wiederaufbau nicht nur eine bauliche, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Anhand der Arbeiten der ukrainischen Initiative CO-HATY und des niederländischen Stadtplaners Kees Christiaanse zur Ukraine sowie der irakisch-britischen Architektin Salma Samar Damluji zum Jemen untersucht die Veranstaltung, wie Architektur ein zukünftiges Miteinander mitgestalten kann.

Eine szenische Lesung von Sasha Marianna Salzmann rahmt den Abend. Darin erkundet die Autor*in das Dazwischen als Ort, an dem unterschiedliche Erinnerungen, Zugehörigkeiten und Lebensgeschichten nebeneinander bestehen, ohne ihre Widersprüche aufzulösen.

Böden
13.10.2026, 18–21 Uhr

Gespräch und Vortrag mit Ola Hassanain, Syrbanism, Hala Alnaji
Moderation: Friederike Landau-Donnelly

Böden sind der umkämpfte Grund des Wiederaufbaus. An ihnen entscheidet sich, wer bleiben und wer zurückkehren darf, welche Spuren bewahrt und welche beseitigt werden. Noch lange nach dem Ende der Kämpfe zeugen verwundete Ökosysteme und zerstörte Landschaften von der Gewalt. Anhand der Arbeiten der Initiative Syrbanism zu Syrien und der Künstlerin und Architektin Hala Alnaji zum Gazastreifen sowie der Künstlerin Ola Hassanain zum Sudan wird deutlich, dass Wiederaufbau sich den Konflikten um Grund und Boden, Eigentum und Erinnerung stellen muss.

Zeiten
06.12.2026, 14–17 Uhr

Gespräch und Vortrag mit Magdalena Wnek (Toposcape), Maciej Kaufman (Archigrest), Ines Weizman, Eyal Weizman
Moderation: Friederike Landau-Donnelly

Wiederaufbau beginnt nicht mit einer Stunde Null. Am Trümmerberg in Warschau zeigen das Architekturbüro Archigrest und das Landschaftsarchitektur topoScape aus Polen, wie durch ökologische Prozesse der Regeneration und Sukzession neue Landschaften entstehen. Die Architekturhistorikerin Ines Weizman und der Architekt Eyal Weizman verdeutlichen, dass der Akt der Zerstörung rekonstruiert werden muss, damit Wiederaufbau nicht geschichtslos wird. So wird die Zeit selbst zu einem Material des Wiederaufbaus.

Metaxy : ZWISCHENSTÜCKE
Die musikalisch-performativen „ZWISCHENSTÜCKE“ sind ein eigenständiges Format innerhalb von „Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“. Sie verbinden Ausstellung und Programm und eröffnen neue Formen der Wahrnehmung.

Ein Ensemble um Immanuel Schumacher (Komposition, Perkussion), Paul Hübner (Trompete), Kioomars Musayyebi (Santur) und Nurit Stark (Violine und Bratsche) bewegt sich durch die Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Musikalische Unterbrechungen und performative Einschübe greifen Gespräche und Situationen auf, verändern den Blick auf die Ausstellung und gestalten Übergänge zwischen einzelnen Programmpunkten. Die vier Musiker*innen arbeiten dabei an der Schnittstelle von Interpretation, Komposition, Performance und Improvisation.

Das Dazwischen wird nicht dargestellt, sondern entsteht im gemeinsamen Hören, Wahrnehmen und Gespräch. Die ZWISCHENSTÜCKE öffnen damit Denk- und Handlungsräume, die das Format des Symposiums aufbrechen und darüber hinausgehen.

Die ZWISCHENSTÜCKE finden zu folgenden Terminen ohne Ankündigung einer genaueren Uhrzeit statt:
09.09.2026 im Zeitraum von 18:00 - 21:00
10.09.2026 im Zeitraum von 18:00 - 21:00
11.09.2026 im Zeitraum von 18:00 - 21:00
13.10.2026 im Zeitraum von 18:00 - 21:00
06.12.2016 im Zeitraum von 12:00 - 15:00
 



Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau ist ein Projekt der Akademie der Künste in Zusammenarbeit mit ARCH+ im Rahmen der Berlin Art Week 2026.

Das Veranstaltungsprogramm wird mit freundlicher Unterstützung und in Kooperation mit der KfW Stiftung umgesetzt.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Weitere Förder*innen: Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste, Hans Sauer Stiftung
Kooperationspartner*innen: Deutsche UNESCO-Kommission e. V.; IBA Ukraine; OFFEN FÜR KULTUR / Hansabibliothek (Stadtbibliothek Berlin-Mitte); Royal College of Art; SCHAUSTELLE Nachkriegsmoderne; Spreepark Art Space; Ukrainisches Institut in Deutschland

Fakten:

Datum: Do, 10. Sep 2026, 14:00 Uhr

Dauer: 10. September - 06. Dezember 2026

Ort: Akademie der Künste

Hanseatenweg 10
10557 Berlin

Weitere Informationen sowie Öffnungszeiten finden Sie auf die Webseite der Akademie der Künste, Berlin.

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