Naturschutz macht Schule


Im März 2017 wurde erstmals die Frankfurter Spring School on Project Conservation Management für Studierende der Biowissenschaften und angrenzende Fachgebiete zusammen mit der Goethe Universität Frankfurt und der Zoologischen Gesellschaft (ZGF) durchgeführt.

Ziel des Kurses ist es, Kenntnisse in der operativen Naturschutzarbeit zu vermitteln. Methoden der Projektentwicklung und Planung gehören genauso zum Curriculum wie Budgetplanung, Human Resources, Kommunikation und der Umgang mit kulturellen Herausforderungen. Die Dozent*innen sind erfahrene Praktiker*innen aus internationalen NGOs und Naturschutzorganisationen.

Die KfW Stiftung ermöglicht sechs Stipendien für aufstrebende Mitarbeiter*innen aus Nationalparkbehörden oder ParkmanagerInnen aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Die Stipendiat*innen durchlaufen das Programm und sollen während dieser Zeit eine Projektidee für ihren Park oder Behörde erarbeiten. Die ausgearbeiteten Ideen werden am Ende des Kurses von einer Jury bewertet und die bis zu drei besten Projekte erhalten eine finanzielle Förderung zur Umsetzung ihres Projektes.

Video: Frankfurt Spring School

 

Frankfurt Spring School
Frankfurt Spring School

2020

Bereits zum vierten Mal findet dieses Frühjahr vom 24. Februar bis 20. März die „Frankfurt Spring School“ statt. Während des vierwöchigen Seminars lernen 30 junge Akademiker*innen ihr naturwissenschaftliches Wissen mit Management-Know-How zu kombinieren. Dabei ermöglicht die Kooperation zwischen Goethe-Universität, WWF Deutschland und Zoologischen Gesellschaft Frankfurt erneut ein umfassendes Seminarangebot zu Themen wie Projektmanagement, Rechnungslegung, Organisationsstrategien oder Kommunikation. Auch eine Exkursion in den Nationalpark Kellerwald ist wieder im Programm, um das Erlernte anhand der Praxis zu diskutieren.

Die KfW Stiftung fördert mit sechs Stipendien junge Naturschützer*innen aus Peru, Paraguay, Sambia, Tansania, Malaysia und Vietnam. Über das vierwöchige Curriculum hinaus wird den Stipendiat*innen ein individuelles Projektentwicklungstraining ermöglicht. Mit professioneller Unterstützung sollen die Teilnehmer*innen ihren eigenen Projektvorschlag für die Verbesserung einer konkreten Situation in den Schutzgebieten ihrer Heimatländer konkretisieren und im Detail planen. Anschließend präsentieren die Stipendiaten*innen ihre Vorhaben einer Jury, die bis zu drei Projekte auswählen kann.

Diese Projekte werden mit einer Förderung von jeweils bis zu 50.000 EUR in der Umsetzung unterstützt:

  • In gemeinsamer Verantwortung setzen sich Monica Paredes und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt für den Schutz der Amazonas-Seekuh im peruanischen Yaguas-Nationalpark ein.  
  • Patricia Roche und der WWF bauen in Paraguay die Stärkung wichtiger Interessenvertretungen für ein effektives Management des Rio-Negro-Nationalparks auf. 
  • Als Pilot-Projekt für das Nord-Luangwa-Ökosystem in Sambia engagiert sich Francis Mapenga gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt für die Verminderung des Elefant-Mensch-Konflikts im Mukungule-Wildmanagement-Gebiet.

2019

Im Frühjahr 2019 hat bereits zum dritten Mal die Frankfurt Spring School in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt stattgefunden. Unter den 30 Teilnehmer*innen waren erneut 6 Stipendiat*innen der KfW Stiftung, die in dem vierwöchigen Kurs Kenntnisse in den Themenbereichen Naturschutzarbeit, Buchhaltung, Projektentwicklung und Interkultureller Kompetenz sammeln konnten.

Die sechs Stipendiat*innen kamen in diesem Jahr aus Brasilien, Guyana, der Demokratischen Republik Kongo, Sambia, Tansania und Indonesien. Aufbauend auf den Inhalten der Spring School haben die aufstrebenden Parkmanager im Anschluss an den Kurs ihre eigenen Projektideen für ihr Schutzgebiet entwickelt. Nach intensiver Weiterbildung und zusätzlichem individuellen Mentoring hat eine Jury die erstellten Anträge bewertet. Drei Projekte wurden ausgewählt und erhalten eine Förderung von bis zu 50.000 EUR:

  • In Tansania führt Regina Domonko ein Projekt durch, welches das Ziel verfolgt, die Abholzung in der Provinz Tanganyika u.a. durch die Erschließung alternativer Einkommensquellen wie die Imkerei für die anliegenden Bewohner*innen zu stoppen. Dadurch werden Wildtierkorridore geschützt und erhalten.

  • Andhani Hartanti wird auf der indonesischen Insel Sumatra untersuchen, wie die Überlebenschancen von Jungtieren ausgewildeter Orang-Utans verbessert werden können.

  • Carolina Siqueira setzt ein Projekt um, das sich mit Einschließung lokaler Bevölkerungsgruppen die nachhaltige Nutzung der brasilianischen Savanna, dem Cerrado, zum Ziel setzt.


2018 – Einblick in das zweite Jahr des Programms

Die erste Runde der Frankfurt Spring School hatte sich als großer Erfolg herausgestellt. Zum zweiten Mal luden daher Goethe-Universität und ZGF im Februar 2018 30 internationale Studierende und junge Berufstätige aus Biologie und angrenzenden Fachbereichen in das verschneite Frankfurt. In vier intensiven Wochen erhielten die Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse in der Naturschutzarbeit. Module zu Buchhaltung, Projektentwicklung oder Interkultureller Kompetenz wurden ergänzt durch Ausflüge in die Praxis – u.a. in die KfW, um dort von mehr über die Arbeit der KfW Entwicklungsbank und die Rolle von Human Resources im Projektkontext zu lernen. Den Abschluss der Spring School machte Andrew Zaloumis, KfW-Bernhard-Grzimek-Preisträger 2017 und ehemaliger CEO der iSimangaliso Wetland Park Authority in Südafrika.

Die sechs Stipendiat*innen der KfW Stiftung kamen in diesem Jahr aus Vietnam, Madagaskar, Tansania, Äthiopien, Peru und Ecuador. Aufbauend auf den Inhalten der Spring School entwickelten die aufstrebenden Parkmanager*innen im Anschluss an den Kurs ihre eigenen Projektideen für ihr Schutzgebiet. Am Ende der intensiven Weiterbildung und zusätzlich individuellem Mentoring bewertete eine Jury die erstellten Anträge. Drei Projekte wurden ausgewählt und erhalten nun eine Förderung von bis zu 100.000 EUR:

  • In Tansania leitet Joyce Mungure ein Bienenprojekt mit der lokalen Bevölkerung in Nachbarschaft des Serengeti-Nationalparks an, um die dortigen Waldflächen zu schützen.

  • Kevin Ibañez Saravia engagiert sich an der peruanisch-bolivianischen Grenze für den Schutz der Eier der Terekay-Schienenschildkröte (Podocnemis unifilis).

  • Im ecuadorianischen Puntilla de Santa Elena setzt Jennifer Montoya Lopez ein Projekt zum Schutz der Großen Tümmler-Delfinpopulation (Tursiops truncates) um.


2017 – Impression aus dem ersten Jahrgang

Im Frühjahr 2017 konnten wir Stipendiat*innen aus Peru, Guyana, Zimbabwe, Nepal und Indonesien in Frankfurt begrüßen.

Für alle war es der erste Aufenthalt in Europa und entsprechend waren alle am ersten Tag ein wenig nervös. Neben Studierenden von unterschiedlichen deutschen Universitäten hatte der Kurs auch Teilnehmende aus Prag und Wien. Die Nervosität legte sich schnell, als es am zweiten Tag sofort mit der Einführung in die Logical Framework Methode losging und alle Teilnehmer*innen gefordert waren.

Die internationalen Stipendiat*innen waren für den gesamten Kurs eine Bereicherung, da sie bereits in ihren Heimatländern einer Beschäftigung im Naturschutz nachgehen und so wertvolle Hinweise aus der Praxis mit in den Kurs einbringen konnten.

Nach den vier Wochen mit den unterschiedlichsten Themen folgte noch eine Abschlussarbeit, die alle Teilnehmenden bestanden. 

Während einer zusätzlichen Woche in Anschluss an den Spring School Kurs, bearbeiteten die internationalen Stipendiat*innen der KfW Stiftung ihre Projektidee, mit der sie sich um das Stipendium beworben hatten. Die gelernten Methoden wurden hierbei bereits erfolgreich angewandt.

Eine Fachjury wählte aus den vorgestellten Projekten für die Umsetzung drei aus. 

  • Roxana Rojas wird in Peru ein Konzept umsetzen, das den Human-Wildlife-Konflikt zwischen der im Manu-Nationalpark lebenden Bevölkerung und dem Andenbären reduzieren soll.

  • Sara Henry aus Guyana, wird für ihr Land ein strukturelles Projekt umsetzten, in dem es darum geht systematische Planungs- und Umsetzungsprozesse für die Naturschutzgebiete in Guyana zu etablieren.

  • Lovelater Sebele wird sich in Zimbabwe mit Thema Kommerzialisierung vs. Naturschutz auseinandersetzen.



Programmleitung

Pia Puljanic


Bildnachweise:

01. Bild: Quelle: ZGF, Urheber / Fotograf: Jeldrik Schröer
02. Bild: Quelle: ZGF, Urheber / Fotograf: Jeldrik Schröer
03. Bild: Quelle: ZGF, Urheber / Fotograf: Jeldrik Schröer
04. Bild: Quelle: ©ZGF / Urheber/Fotografin: Stephanie Kalberer
05. Bild: Quelle: KfW Stiftung; Fotograf: Ruben Armbruster
06. Bild: Quelle: Goethe-Universität, Urheber / Fotograf: Prof. Meike Piepenbring
07. Bild: Quelle: ZGF, Urheber / Fotograf: Jeldrik Schröer