Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau


Künstlerische und diskursive Perspektiven auf die vielschichtigen Prozesse des Wiederaufbaus.

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2026 setzt die KfW Stiftung zusammen mit der Akademie der Künste, Berlin, eines diskursiven und künstlerischen Veranstaltungsprogramms im Rahmen der Ausstellung Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau um. Das interdisziplinäres Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt untersucht den Umgang mit Zerstörung in Konfliktgebieten weltweit und thematisiert den vielschichtigen Prozess des Wiederaufbaus. Im Zentrum steht die Frage: Wie gehen Gesellschaften mit Zerstörung und Verlust um – und wie entwerfen sie im Spiegel der Vergangenheit eine Zukunft? 


Ausstellungstext

Metaxy : Zwischen 
Zerstörung und Wiederaufbau          

10.9. – 06.12.2026
Eröffnung am 09.09.2026
Akademie der Künste, Hanseatenweg, Berlin

Kriege, Konflikte und ökologische Katastrophen zerstören weltweit Städte und Lebensräume. Der Wiederaufbau ist eine dringende Aufgabe. Millionen von Menschen brauchen Schutz, Räume, Sicherheit. Doch allzu oft wird Wiederaufbau als technisches Projekt verhandelt, als schnelle Rückkehr zur Ordnung, als vermeintliche „Stunde Null“ und Gelegenheit für Investition und Innovation. Dabei droht aus dem Blick zu geraten, wer über seine Gestaltung entscheidet und in wessen Interesse.

Metaxy : Zwischen setzt genau hier an. Das Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsprojekt richtet den Blick auf den Zeitraum zwischen Zerstörung und Wiederaufbau, auf jenen unsicheren Moment, in dem noch offen ist, wie Gesellschaften mit Verlust, Schuld und Erinnerung umgehen. Bevor gebaut wird, müssen Fragen geklärt werden: Wer darf zurückkehren? Wem gehört der Boden? Welche Geschichte wird erzählt? Werden diese Fragen verdrängt, setzt sich Gewalt in anderer Form fort – durch Ausschluss, Überschreibung und neue Machtverhältnisse.

Die Ausstellung ist für die Akademie der Künste mit einer Selbstbefragung ihres Standorts im Hansaviertel als historischem Ort des Wiederaufbaus nach 1945 verbunden. Zugleich eröffnet sie eine globale Perspektive mit Künstler*innen und Raumpraktiker*innen, die ihre Arbeit aus jenen Zwischenzuständen heraus entwickeln, die durch Krieg, Konflikt und ökologische Katastrophen verursacht werden.

Die drei Themenbereiche, welche die Ausstellung gliedern, Häuser – Böden – Zeiten, nimmt das diskursive und performative Veranstaltungsprogramm auf und richtet zu diesen Themen Symposien aus. Dafür wird in den Ausstellungshallen ein Veranstaltungsort gestaltet, der mit Künstler*innengesprächen, Filmscreenings, Performances und szenischen Lesungen bespielt wird. Teil der kuratorischen Dramaturgie sind als „Zwischenstücke” konzipierte performativ-musikalische Miniaturen, die sowohl den Veranstaltungsort als auch die gesamten Ausstellungshallen bespielen. Sie greifen in laufende Situationen ein, unterbrechen sie, verschieben Perspektiven und verbinden unterschiedliche Ebenen der Ausstellung miteinander. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm begleitet das Projekt.

Beteiligte Künstler*innen und Raumpraktiker*innen: u. a. Hala Alnaji, Archigrest, Marina Tabassum Architects, Maja Bajević, Tiffany Chung, Co-Haty, Paul Hübner, Salma Samar Damluji, Nir Evron, Forensis, Open Group, Ola Hassanain, Omer Krieger, V. Mitch McEwen, Kioomars Musayyebi, Arinjoy Sen, Nurit Stark, Syrbanism, topoScape, Immanuel Schumacher, Feda Wardak, Eyal Weizman, Ines Weizman, Julita Wójcik, Lebbeus Woods 

Kurator*innen: Anh-Linh Ngo, Johanna M. Keller, Christian Hiller, Felix Hofmann, Markus Krieger, Daniel Kuhnert, Melissa Makele

 


Das Veranstaltungsprogramm

Als Teil der Ausstellung wird das Programm Metaxy : Zwischen zum Zwischenraum, zum Ort der künstlerischen Begegnung, des Austauschs und der gesellschaftlichen Reflexion. In Lesungen, Filmvorführungen, Gesprächen und musikalischen Performances treten internationale Gäste, beteiligte Künstler*innen, Akademiemitglieder und Stipendiat*innen der Jungen Akademie in einen dialogischen Austausch mit der Ausstellung.

Häuser – Böden – Zeiten
09. - 11.09.2026: Eröffnungswochenende mit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung sowie Führungen ins Hansaviertel und Vorträgen und einem Symposium zum Thema Häuser.

13.10.2026: Symposium zum Thema Böden

06.12.2026: Symposium zum Thema Zeiten

 

Weitere Informationen sowie Öffnungszeiten finden Sie auf die Webseite von Akademie der Künste.


Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau ist ein Projekt der Akademie der Künste in Zusammenarbeit mit ARCH+ im Rahmen der Berlin Art Week 2026.

Das Veranstaltungsprogramm wird mit freundlicher Unterstützung und in Kooperation mit der KfW Stiftung umgesetzt.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Weitere Förder*innen: Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste, Hans Sauer Stiftung
Kooperationspartner*innen: Deutsche UNESCO-Kommission e. V.; IBA Ukraine; OFFEN FÜR KULTUR / Hansabibliothek (Stadtbibliothek Berlin-Mitte); Royal College of Art; SCHAUSTELLE Nachkriegsmoderne; Spreepark Art Space; Ukrainisches Institut in Deutschland


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Die Akademie der Künste ist eine von der Bundesrepublik Deutschland getragene Körperschaft des öffentlichen Rechts mit vielfältigen Aufgaben: die Künste zu fördern und die Sache der Kunst in der Gesellschaft zu vertreten, das kulturelle Erbe zu pflegen und die Bundesregierung in Angelegenheiten der Kunst und Kultur zu beraten. Sie ist mit ihren sechs Sektionen und ihrem großen Archiv vor allem ein Ort des Zusammenkommens von Künstler*innen sowie Kunst- und Kulturinteressierten, ein Ort, um über öffentliche Belange nachzudenken und aktiven Einfluss auf kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen zu nehmen.

Denn nicht nur Kunstwerke entfalten in der Öffentlichkeit ihre Wirkung, auch die Künstler*innen selbst können die unmittelbare Intervention zu ihrer Aufgabe machen. Unter diesem der Aufklärung verpflichteten Grundgedanken stehen auch alle anderen Aktivitäten, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Publikationen etc. Sie gründen auf der Überzeugung, dass die Freiheit der Künste kein Luxus ist, sondern ein untrüglicher Maßstab für die Liberalität der sie tragenden Gesellschaft.

Mit ihrem Veranstaltungsprogramm stellt die Akademie der Öffentlichkeit künstlerische Positionen der Gegenwart vor und widmet sich der Pflege des kulturellen Erbes. In ihren beiden Stammhäusern im Zentrum Berlins – am Pariser Platz in Mitte und am Hanseatenweg im Tiergarten – zeigt die Akademie Ausstellungen, veranstaltet Konzerte, Debatten, Lesungen, Preisverleihungen, Film-, Theater- und Tanz-Aufführungen.

Die Akademie der Künste ist eine internationale Gemeinschaft von Künstler*innen und hat aktuell 411 Mitglieder.


Bildnachweise

01. Arinjoy Sen, SHE Kantha (Anima Sarkar, Tapati Roy,Kakoli Mandal, Sabina Bibi, Ajija Khatoon,Manjila Bibi Mondal):Bengali Song (Ausschnitt), 2023 © Arinjoy Sen

02. Tiffany Chung, Mapping Global Displacement and Migration: nexus dynamics between conflict & violence and climate disaster [UNHCR, IDMC, EM-DAT: cross-border refugees, asylum-seekers, IDPs and those affected in selected cases >2022<] (Ausschnitt), 2023, Stickerei auf Textil, 140 x 350 cm © Tiffany Chung

03. Ausschnitt © Feda Wardak, Avant la Nuit, in Arbeit

04. Archigrest, topoScape, Warsaw Uprising Mound, Foto: Michał Szlaga / Archigrest, topoScape © Archigrest

05. Quelle: Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH