Climate Village Lab
Die Emission schädlicher Treibhausgase ist ein Beschleuniger für den Klimawandel. Tropische Regenwälder sind einer der wichtigsten Kohlenstoffspeicher, über die wir verfügen. Diese zu erhalten und zu schützen ist notwendig, um das Fortschreiten des Temperaturanstiegs und den Verlust von Biodiversität zu reduzieren. Doch dieser Wald steht unter Druck insbesondere in Regionen, in denen viele Menschen unmittelbar von Landwirtschaft und natürlichen Ressourcen leben.
Das "Climate Village" Lab in Sambia setzt genau hier an. Das Projekt versteht sich als Lern- und Innovationsraum, in dem lokales Wissen, Erfahrung und wissenschaftliche Ansätze zusammengeführt werden.
Gemeinsam mit drei teilnehmenden Dörfern werden Maßnahmen erprobt, die darauf abzielen Treibhausgasemissionen zu reduzieren und das Einkommen der Haushalte durch alternative, nachhaltige Einkommensquellen zu erhöhen und unabhängig von der Waldnutzung zu machen.
Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Gemeindemitgliedern entwickelt. Lokale Expertise, Eigeninitiative und gemeinschaftliche Entscheidungen spielen dabei eine zentrale Rolle, um langfristige Wirkung und Identifikation mit den Aktivitäten zu sichern. Erfolgreiche Maßnahmen lassen sich nach der Projektlaufzeit in der Breite replizieren.
Das Projekt konzentriert sich auf sieben priorisierte Maßnahmen:
* Bewässerung und Umzäunung gemeinschaftlicher Anbauflächen
* Gründung und Stärkung von Agroforst-Kooperativen
* Elektrifizierung aller Haushalte und Bereitstellung von Strom für lokale Unternehmen
* Unterstützte natürliche Regeneration auf einer Versuchsfläche
* Schutz und nachhaltige Nutzung bestehender Waldflächen
* Entwicklung eines Mechanismus für „Biodiversity Credits“
* Erfolgsbasierte Zahlungen an Gemeinde-Fonds (Climate Village Funds)
Parallel entsteht eine solide Datengrundlage durch ein begleitendes Monitoring. Diese Daten können langfristig auch für größere Projekte und Modelle wie Biodiversitätszertifikate genutzt werden.



Programmleitung
Pia Puljanic
Bildnachweise:
01. Bild: Quelle: © Loliwe Phiri / GEOsdR
02. Bild: Quelle: © Ines Possemeyer / GEOsdR
03. Bild: Quelle: © Ines Possemeyer/ GEOsdR