KfW-Bernhard-Grzimek-Preis


Herausragendes Engagement für Biodiversität: Der KfW-Bernhard-Grzimek-Preis verbindet das Lebenswerk des Naturschützers Bernhard Grzimek mit dem Thema "Erhalt der Artenvielfalt – Biodiversität" in Flora, Fauna und Habitat – ein Thema, das weltweit existenzielle Dimensionen erreicht. 

Nach den herausragenden Preisträgern der vergangenen Jahre, die in ihrem Berufsleben einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt geleistet haben, haben wir beschlossen unsere Aufmerksamkeit auf die nächste Generation von Führungskräften im Naturschutz zu richten.

Deshalb suchen wir herausragende Persönlichkeiten aus dem globalen Süden, die nicht älter als 40 Jahre sind und den Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt als ganzheitlichen Ansatz verstehen. Darunter verstehen wir die aktive Einbeziehung und Berücksichtigung lokaler Gemeinschaften, den Wissenstransfer, die Schaffung alternativer Einkommensquellen und die Stärkung der Rolle von Frauen als treibende Kräfte und Bewahrerinnen von nachhaltigen Konzepten.

Das Preisgeld von 50.000 EUR ist ausschließlich für berufliche Zwecke zu verwenden.

Bitte nutzen Sie für Ihre Nominierung das Formular für die Datenerhebung und senden eine Beschreibung (max. 2 Seiten) des beruflichen Ansatzes des Nominierten bis zum 14. April 2022 an pia.puljanic@kfw-stiftung.de.

KfW-Bernhard-Grzimek-Preis
KfW-Bernhard-Grzimek-Preis

Rückblick 2019

„Mama Ranger“ erhielt den mit 50.000 EUR dotierten KfW-Bernhard-Grzimek-Preis

Die philippinische Naturschützerin Angelique Songco wurde für ihr herausragendes Engagement und zukunftsweisendes Management im Tubbataha Reefs Natural Park ausgezeichnet.

Über 360 verschiedene Korallenarten, rund 600 Fischarten, acht Meeressäugetiere, etwa 100 Seevogelarten sowie zahlreiche Algen und Seegräser machen das Tubbataha Riff zu einer der artenreichsten Regionen der Welt. Dass dieser sagenhafte Naturschatz bis heute erhalten geblieben ist, und nicht das tragische Schicksal vieler anderer überfischter und absterbender Korallenriffe teilt, ist maßgeblich der engagierten Arbeit der Preisträgerin zu verdanken. Zwar ist die Region bereits 1988 von der philippinischen Regierung zum Naturschutzgebiet erklärt worden und trägt seit 1993 zusätzlich den Titel einer UNESCO Weltnaturerbestätte. Doch die illegale Fischerei und der Tourismus hatten dem empfindlichen Ökosystem weiterhin stark zu gesetzt. Songco, die den Park seit 2001 leitet, setzt in ihrer innovativen und leidenschaftlichen Strategie vor allem auf intensive Bildungs- und persönliche Überzeugungsarbeit. So erreichte sie bei der lokalen Bevölkerung ein neues Verständnis für den Umweltschutz und damit größere Achtsamkeit gegenüber dem Meeresschutzgebiet. Schwerpunkt ihrer Arbeit mit der lokalen Bevölkerung ist es zu vermitteln, dass nur erhöhte Schutzanstrengungen Hand in Hand mit der Erwirtschaftung einer Lebensgrundlage gehen können – zentrale Voraussetzung für die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort. Umsichtiger Tourismus und eine nachhaltige Fischerei dienen sowohl der Region als auch dem Park inzwischen als verlässliche Einkommensquelle.

Angelique Songco sagte: „Mir ist wichtig, den Menschen zu erklären, dass die Ozeane nicht unendlich sind. Dass sie all den Müll, den wir Menschen verursachen, nicht aufnehmen können. Und dass es, wenn wir so weitermachen, bald keinen Fisch mehr gibt, den wir fangen können. Erst wenn die Menschen die Meere verstehen, fangen sie auch an, sie sorgfältiger zu behandeln.“

Nicht zuletzt aufgrund ihrer empathischen und fürsorglichen Art wird die 58-Jährige von ihrem Team und der lokalen Bevölkerung liebevoll „Mama Ranger“ genannt: „Klima und Umweltschutz braucht eine sensibilisierte Wahrnehmung und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Deshalb zeichnet der KfW-Bernhard-Grzimek-Preis charismatische Persönlichkeiten aus, die ökologische Problemstellungen mit ökonomischen Notwendigkeiten ausgleichen und somit eine win-win-Situation schaffen, beispielgebend sind und zur Nachahmung anregen“ betonte Dr. Lutz-Christian Funke, Vorstand der KfW Stiftung.

Video: KfW Bernhard Grzimek Preis 2019


Rückblick 2017

KfW-Bernhard-Grzimek-Preis 2017 für Naturschützer Andrew Zaloumis, CEO des iSimangaliso Wetland Parks

Zum dritten Mal verleiht die KfW Stiftung am 3. Mai 2017 den mit 50.000 Euro dotierten KfW-Bernhard-Grzimek-Preis für Artenschutz. Diesjähriger Preisträger ist der Geschäftsführer des iSimangaliso Wetland Parks, Andrew Zaloumis, dessen zukunftsweisender Einsatz für eine der ärmsten Regionen Südafrikas den Tier- und Naturschutz auf vorbildliche Weise mit regionaler Entwicklung verbindet.

Im Vorfeld diskutieren Schüler und Schülerinnen von sechs Frankfurter MINT-Gymnasien in einem Workshop mit dem Preisträger sowie Forschern der Goethe-Universität Frankfurt über die Zusammenhänge von westlichen Lebensgewohnheiten, globalen Umweltkatastrophen und regionalem Naturschutz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Kunststoffen und deren schädlicher Auswirkung auf die Weltmeere.

Im anschließenden Festakt greift eine Podiumsdiskussion diese Problematik der „Invisible Crisis – Unser Plastik in den Weltmeeren“ wieder auf. Der Preisträger diskutiert mit Lucienne Damm, Umweltmanagerin des Kreuzfahrtanbieters TUI Cruises, Frank Schweikert, Gründer der deutschen Meeresstiftung und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Meeresmüll sowie Jo Ruxton, Produzentin des Dokumentarfilms „A Plastic Ocean“ über globale Verantwortung und regionale Auswirkungen.

Zum abschließenden Höhepunkt des Tages überreicht die Leiterin des UNESCO-Welterbe-Meeresprogramms Fanny Douvere die Auszeichnung an Andrew Zaloumis.

Video: KfW Bernhard Grzimek Preis 2017


Rückblick 2015

KfW-Bernhard-Grzimek-Preis 2015 geht an Emmanuel de Merode und Pavan Sukhdev

Die mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Auszeichnung des KfW-Bernhard-Grzimek-Preises ging dieses Mal je zur Hälfte an den Leiter des zum UNESCO-Weltnaturerbe zählenden Virunga Nationalparks im Kongo, Emmanuel de Merode, und den Wissenschaftler und Ökonomen Pavan Sukhdev.

Emmanuel de Merode erhielt den Preis für seinen herausragenden Einsatz im ältesten Nationalpark Afrikas sowie für den Schutz der bedrohten Berggorillas und der einmaligen Biodiversität. Darüber hinaus hat er wichtige wirtschaftliche Initiativen im Bereich des Nationalparks angestoßen, die den Menschen eine nachhaltige Lebensgrundlage sichern sollen. So hat er wesentlich dazu beigetragen, die Wilderei einzudämmen, den illegalen Holzeinschlag zu verringern und mit Rebellenführenden der Grenzregion Friedensvereinbarungen zu schließen.

Pavan Sukhdev wurde für seinen federführenden Beitrag zur Studie „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) ausgezeichnet. Sie bietet einen bahnbrechenden Ansatz für die Bewertung von Biodiversität. Hierdurch können erstmals die Kosten durch den Verlust von Biodiversität ermittelt werden. Der Ansatz wurde inzwischen für unterschiedliche Sektoren weiterentwickelt und für Entscheidungstragende nutzbar gemacht. Laudator Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, hob in seiner Laudatio hervor, dass beide Preisträger mit jeweils unterschiedlichen Ansätzen sich nicht nur über viele Jahre für den Schutz der Artenvielfalt eingesetzt, sondern einen nachhaltigen Beitrag zur positiven Veränderung von Strukturen geleistet hätten.


Rückblick 2013

Die Preisträgerin des ersten KfW-Bernhard-Grzimek-Preises steht fest: Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V. (ZGF) erhält die Auszeichnung 2013 als Ehrenpreis. Die KfW Stiftung würdigt damit den jahrzehntelangen weltweiten Einsatz der ZGF für den Erhalt der Arten. 

Das Preisgeld in Höhe von 50.000 € nutzt die ZGF für die Fortführung ihrer Partnerschaft mit TANAPA, der tansanischen Nationalparkbehörde. Ein neues Koordinationszentrum unterstützt die Ranger und Rangerinnen des Nationalparks im Kampf gegen die immer professioneller werdende Wilderei. Der Wilderei fallen auf dem afrikanischen Kontinent jährlich bis zu 30.000 Elefanten und 700 Nashörner zum Opfer. Wenn die Wilderei in diesem Ausmaß anhält, könnten diese charismatischen Tiere innerhalb von zehn Jahren verschwunden sein.



Programmleitung

Pia Puljanic
 


Bildnachweise:

01. Bild: Quelle: KfW Stiftung, Urheber / Fotograf: Stefan Daub
02. Bild: Quelle: KfW Stiftung, Urheber / Fotograf: Stefan Daub
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13. Bild: Quelle: KfW Stiftung, Urheber / Fotograf: Stefan Daub